WEINE MIT STIL

Weinleidenschaft #2 - Was brauche ich zum Weintrinken?

Als aller erstes einmal Lust auf ein gutes Glas Wein! Und da sind wir schon beim Stichwort "Glas". Was ist das richtige Glas?

Diese Frage spaltet die Gemüter. Es gibt Weinliebhaber, die fast für jede Rebsorte und Weintyp ein eigenes Glas haben. Gerne dann auch die „Sommelierserie“ mit einer mundgeblasenen Glaswand so dünn wie Papier. Ich sehe dieses Thema für unser Weingut ganz praktisch! Wir setzen neben einem Sektglas mit Gravur für eine feine Perlage im Wesentlichen nur zwei verschiedene Glastypen ein. Jeweils eines für Weisswein und eines für Rotwein. Dabei sind uns das Design ebenso wichtig wie Spülmaschinenfestigkeit. Bezahlbar dürfen sie auch gerne bleiben. 

Mein Tipp:

Das Weißweinglas sollte nicht allzu groß sein und sich ab der Mitte verjüngen, um das Aroma in der Nase zu konzentrieren. Für Riesling und Sauvignon Blanc kann man gerne auch Gläser verwenden, die sich in der Mitte noch etwas mehr verschlanken. Dies fördert das sortentypische und lang anhaltende Geschmacksbild.

Beim Rotwein gilt die Faustregel, je kräftiger und jünger ein Rotwein ist, um so mehr Volumen darf ein Glas haben. Aber Achtung: Ich habe schon viele filigrane und etwas gereifte Rotweine in zu großen Gläsern sterben sehen. Es ist also wie im richtigen Leben, Größe ist nicht alles! Die meisten Rotweine sind je heute schon von ihren Tanninen her gut zu trinken und benötigen gar nicht mehr so viel Sauerstoffkontakt wie so mancher Rotwein aus vergangenen Zeiten.

Was braucht man noch zum Weintrinken?

Wenn man nicht schon sowieso einen Wein mit Schraubverschluss auf dem Tisch stehen hat, natürlich einen Korkenzieher. Am praktischsten hat sich der ganz einfache Kellner- oder Sommelier-Korkenzieher erwiesen. Er erinnert ein wenig an ein Taschenmesser. Damit kann man einen Korken sehr gefühlvoll aus der Flasche ziehen. Sehr wichtig ist noch die "Seele" des Korkenziehers. Als Seele bezeichnet man Hohlraum in der Mitte des Korkenziehers, um den die gewendelte Spirale liegt. Im optimalen Fall sollte man bei einem Korkenzieher mit Seele (Rundgewinde) ein Streichholz oder Zahnstocher durch den Hohlraum stecken können. So ein Korkenzieher kostet bei uns im Winzerbedarf um die 5 € und ist gerade bei bröseligen Korken ein echter Segen!

Ansonsten brauchen wir beim Weißwein oder Rosé noch eine einfache Kühlmanschette oder einen einfachen Weinkühler. Und da beim Sekt die Geschichte mit dem Löffel im Flaschenhals irgendwie doch nicht funktioniert, wäre ein Verschluss für die Sektflasche noch sehr hilfreich.

Alles andere ist für mich wie, wir es im Rheingau sagen, Gedöns! Dekantierer sind für mich oft Mordwerkzeuge. Ich habe es beim Rotweinglas schon angedeutet. Wer hier nícht über ausreichend Erfahrung verfügt, sollte besser die Finger davon lassen.

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