WEINE MIT STIL

Weinleidenschaft #5 - Der Geruch des Weines

Nachdem uns das Auge ein Versprechen gegeben hat, wollen wir nun herausfinden, ob wir das, was wir sehen, auch riechen können.

Bevor wir aber damit beginnen, riechen wir erst einmal , ob der Wein reintönig ("sauber") riecht, und wir vielleicht schon ein Fruchtaroma (Birne, Zitrus, Brombeere, ...) wahrnehmen. Oder ob wir etwas riechen, was auf einen Weinfehler hinweist: Korkschmäcker, oxitativer Geruch ("Luftton"), flüchtige Säure (Essig), Uhu-Ton, etc. Denn dann brauchen wir eigentlich schon nicht mehr weiter zu probieren.

Aus meiner Erfahrung und dem, was ich auf der Geisenheimer Wein-Hochschule gelernt habe, ist der Geruch des Weines maßgeblich dafür, ob man diesen Wein mögen wird oder nicht. Wir kennen das, wenn man jemanden mag oder vielleicht nicht "riechen" kann. Düfte sind im limbischen System direkt mit Gefühlen und Erinnerungen verbunden und können sogar ausschlaggebend für die Partnerwahl sein.

Dann riechen wir, wie intensiv der Duft eines Weines ist. Ein guter Wein hat ein intensives Aroma, sollte aber nicht aufdringlich werden. Die Intensität des Aromas spiegelt auch die Qualität des Weins wieder. Wie soll ein "flacher" Wein begeistern, bei dem man gerade noch etwas wahrnehmen kann? Deshalb achten wir auch auf die Komplexität der Aromen. Rieche ich nur ein Aroma oder nehme ich ein komplexes Bündel an Aromen wahr? Z. B. riecht unser Toque Jondo nicht nur nach roten Früchten (Pflaume, Kirsche, Johannisbeere), sondern auch nach Schokolade, Vanille, Zimt und Piment. Aromen, die auch von der Lagerung im 225er Barriquefass stammen.

Reintönigkeit, Intensität und Qualität des Geruchs sowie die Aromen des Weines sind also wichtige Hinweise für uns.

Weiter geht es mit Weinleidenschaft #6 - Die Welt der Aromen, Teil 1.